Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter e.V.

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Erinnern braucht Information - Digitales Format zum Erinnern an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Am 27. Januar 1945 haben die Truppen der Roten Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit. Die dort herrschenden grausamsten Zustände haben der Weltöffentlichkeit in schockierender Weise vor Augen geführt, was Menschen anderen Menschen anzutun in der Lage sind. Der millionenfache Mord in den Gaskammern und alle weiteren Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfen nicht vergessen werden, auch und gerade in Zeiten, die unsere Gesellschaft vor immense Herausforderungen stellen, wie wir sie in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erleben mussten.

Es ist für den Trägerverein ehem. Synagoge Wetter daher selbstverständlich dazu beizutragen, dass das Erinnern an die Shoa nicht erlischt. Da in der gegenwärtigen Situation aber leider keine Veranstaltung in der ehemaligen Synagoge selbst stattfinden kann, müssen wir sie in den virtuellen Raum verlegen.

Da wir in den zurückliegenden Monaten mit Erschrecken erleben mussten, wie die Symbole der Unterdrückung und Vernichtung aus der Zeit des Nationalsozialismus in unserer Gesellschaft instrumentalisiert wurden, um die Unzufriedenheit mit dem politischen Handeln angesichts der Pandemiesituation zu bekunden, scheint uns das Erinnern, Mahnen und Aufklären gebotener denn je. Die Vergleiche zwischen den Schicksalen von Anne Frank und Sophie Scholl mit den derzeit notwendigen Kontaktbeschränkungen oder das Tragen von gelben Davidsternen im Zusammenhang mit dem Bekunden einer Impfunwilligkeit sind unerträgliche Verharmlosungen und würdigen die damaligen Opfer in einer Weise herab, die eine wehrhafte Demokratie nicht hinnehmen darf.

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"Wetters Herz leuchtet" - ab jetzt auch online

Am 10.11.2020 konnte der Trägerverein nicht wie gewohnt zu einer Gedenkfeier einladen, um der ehemaligen Mitbürger jüdischen Glaubens zu gedenken, die vor gut zwei Generationen vor der Wahl standen, entweder durch Flucht ihr Leben zu retten, oder in ihrer Heimat zu bleiben, was Demütigung und Deportation, Inhaftierung und schließlich ihre Ermordung in den Vernichtungslagern zur Folge hatte. Symbolisch war daher die ehemalige Synagoge, die am 10.November 1938 komplett verwüstet wurde, illuminiert. So war es im Verlauf der dreistündigen Aktion insgesamt ca. 80 Personen unter Einhaltung der Abstandsregeln und mit Tragen von Mund/Nase-Schutz möglich, trotz der uns alle derzeit bedrückenden Pandemie zeitunabhängig und individuell ihr Mitgefühl und ihre Solidarität auszudrücken.
Für alle, die nicht persönlich teilnehmen konnten, haben wir die Illumination dokumentiert, ebenso wie die Verlesung der Namen derjenigen Wetteraner, die fliehen mussten oder ermordet wurden. Diese Lesung haben Schülerinnen und Schüler der Wollenbergschule im Vorfeld übernommen; einige stammen aus der Klasse, die speziell für Flüchtlingskinder eingerichtet ist. Wir danken dem Schulleiter, Herrn Andreas Irle, der fast der gesamten Aktion persönlich beigewohnt hat, der Klassenleiterin der „Flüchtlingsklasse“ Frau Sabine Matzen, die die Schüler im Vorfeld zu einem Besuch der ehem. Synagoge und der Lesung motiviert hat, sowie dem Koordinator für die Kooperation mit dem Trägerverein, Herrn Henning Kaiser, der die organisatorische Zusammenarbeit von Trägerverein und Schule zuverlässig gewährleistet, sehr für ihr Engagement.

Das Video zu der Veranstaltung finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=3GSG1vZ5EuA&feature=youtu.be

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„Wetters Herz leuchtet“ - Gedenkfeier am 10. November 2020 in neuer Form

Aufgrund der uns alle belastenden Corona-Pandemie war der Trägerverein ehem. Synagoge Wetter in diesem Jahr wie so viele andere Institutionen und Vereine nicht in der Lage, seine geplanten Veranstaltungen durchzuführen.

Umso wichtiger erschien es dem Vorstand, zumindest einen wichtigen Termin nicht abzusagen: die jährlich stattfindende Gedenkfeier zur Erinnerung an die Verwüstung des Gebäudes. Aber gerade in Zeiten, in denen „social distancing“ ein wichtiger Teil der Verantwortung füreinander ist, ist ein gemeinsames Erinnern in der gewohnten Form schwierig. Aber dieses aus gesundheitlichen Gründen wichtige physische Abstandhalten darf unserer Meinung nach nicht gleichbedeutend werden mit einer um sich greifenden gesellschaftlichen Ab- und Ausgrenzung voneinander.

Daher erscheint uns das Erinnern an die Zeit vor zwei Generationen, in der aus Ausgrenzung, Hass, nationalistisch verengter Politik und Überlegenheitswahn ein Krieg mit Millionen Toten provoziert worden ist, der auch in unserer Heimatstadt tiefe Spuren hinterlassen ha, gerade in dieser uns alle belastenden Situation wichtig. Wir empfinden es angesichts der - auch medial auf unterschiedlichen Kanälen beförderten - zunehmend wahrnehmbareren Zeichen von Hass, Verschwörungstheorien, Gewaltbereitschaft bis hin zu antisemitischen Äußerungen und Übergriffen als ein wichtiges Signal, die Erinnerung daran wach zu halten, wohin es führt, wenn eine Demokratie sich nicht entschlossen und bereit gegen derlei das soziale Gefüge zersetzenden zentrifugalen Kräfte zur Wehr setzt.

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Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Wetter